Zweiter Sieg für Alessio Picariello am Nürburgring

Picariello und Günther im Zweikampf um den Sieg. Foto: ADAC / Thomas Suer

Picariello und Günther im Zweikampf um den Sieg. Foto: ADAC / Thomas Suer

(P). Das vierte Rennwochenende der Saison auf dem Nürburgring verläuft für Alessio Picariello (19, BEL, Mücke Motorsport) nach Wunsch: Der Belgier gewann das Auftaktrennen am Samstag und fuhr auch beim zweiten Lauf am Sonntagvormittag souverän zum Sieg. „Zur Rennhälfte nahm ich Druck heraus und schonte meine Reifen, dennoch konnte ich meinen Vorsprung weiter ausbauen“, freute sich der Meisterschaftsführende. Es war Picariellos siebter Sieg im elften Saisonrennen und der achte für sein Team Mücke Motorsport.

Maximilian Günther (16, Rettenberg, Mücke Motorsport) komplettierte das gute Teamergebnis für den Berliner Rennstall mit seinem zweiten Podiumsplatz an diesem Wochenende. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport nahm das Rennen von der Pole Position auf und verteidigte sich in der ersten Runde gegen den von Platz zwei gestarteten Picariello. In der zweiten Runde überholte der Belgier seinen Teamkollegen jedoch fair und fuhr im weiteren Verlauf des Rennens einen Vorsprung von sechs Sekunden auf Günther heraus. Der 16-Jährige aus Rettenberg stand bereits zum sechsten Mal in seiner Debütsaison im ADAC Formel Masters auf dem Podium.

Enges Duell um den dritten Podestplatz

Während die Verhältnisse auf den ersten beiden Plätzen schnell geklärt waren, wurde es beim Kampf um den dritten Podestplatz spannend. Ralph Boschung (15, SUI, KUG Motorsport) erwischte von Platz fünf einen hervorragenden Start und fuhr auf die dritte Position nach vorne. Hinter ihm kämpfte sich die Niederländerin Beitske Visser (18, NED, Lotus) heran und schloss Runde um Runde näher zu Boschung auf. Ein Überholversuch der Red-Bull-Juniorin in der vorletzten Runde scheiterte knapp – so sicherte sich Boschung seinen zweiten Podiumserfolg in diesem Jahr.

Auch auf den weiteren Positionen ging es auf der 3,618 km langen Sprintvariante des Nürburgrings heiß her. Lokalmatador Jason Kremer (18, Bonn, Schiller Motorsport) lag auf Position fünf, als er wegen Verlassens der Strecke und einem gefährlichen Manöver mit einer Durchfahrtsstrafe belegt wurde. Hendrik Grapp (19, Berlin, Mücke Motorsport) kollidierte in Runde 13 mit Indy Dontje (20, NED, Lotus) und fiel ebenfalls aus den Punkterängen.

Neuhauser-Duo für saubere Fahrt belohnt

Davon profitierten Marvin Dienst (16, Lampertheim, Neuhauser Racing) und Stefan Riener (18, AUT, Neuhauser Racing). Die beiden Neuhauser Racing-Rookies starteten von den Plätzen zehn respektive zwölf, hielten sich aus jeglichen Zwischenfällen heraus und überquerten die Ziellinie als Fünfter und Sechster.

Hinter Mikkel Jensen (18, DK, Lotus) auf Platz sieben erzielte Nicolas Beer (17, DK, Neuhauser Racing) mit Platz acht wertvolle Punkte für die Meisterschaft. Der Däne fiel von Startplatz drei früh ins hintere Feld zurück, kämpfte sich in den folgenden Runden aber tapfer zurück und betrieb Schadensbegrenzung. Die beiden Lotus-Piloten Dontje und Callan O’Keeffe (17, RSA, Lotus) komplettierten die Punkteränge.

Picariello baut Meisterschaftsführung aus

Picariello baut seinen Vorsprung in der Meisterschaft konsequent aus. Nach seinen beiden Siegen in der Eifel führt der 19-Jährige die Gesamtwertung mit 194 Punkten an. Günther, der bislang erfolgreichste der 14 Neueinsteiger, liegt mit 117 Zählern auf dem zweiten Rang vor Beer, der 108 Punkte sammeln konnte.

Im abschließenden Rennen am Nürburgring (Um 16:30 Uhr im Live-Stream auf www.adac.de/motorsport) startet Beer von der Pole Position. Jensen komplettiert die erste Reihe, auf den Startplätzen drei und vier folgen die beiden Neuhauser-Youngster Riener und Dienst.

Die Stimmen der Top-Drei

Alessio Picariello (19, BEL, Mücke Motorsport), Sieger:
„Mein siebter Sieg in dieser Saison – ein wirklich gutes Gefühl. Mein Start war nicht so gut wie in Rennen eins, trotzdem konnte ich meinen Teamkollegen Maximilian Günther in der zweiten Runde überholen. Der Zweikampf war sehr eng, aber stets fair. Die Strecke war heute schneller als am Samstag, aber auch deutlich rutschiger. Zur Rennhälfte nahm ich Druck heraus und schonte meine Reifen, dennoch konnte ich meinen Vorsprung weiter ausbauen. Das stimmt mich optimistisch für das dritte Rennen, in dem ich von Platz acht starte. Überholen ist auf dem Nürburgring nicht einfach, aber mit unserem guten Speed sollte ein weiterer Podestplatz möglich sein.“

Maximilian Günther (16, Rettenberg, Mücke Motorsport), Zweiter:
„Ich bin mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Mit meinem sehr guten Start verteidigte ich zunächst meine Führung. Kurze Zeit später griff mich Alessio Picariello in Kurve eins an und ich konnte nicht dagegenhalten – das war ein wirklich gutes Manöver von ihm. Durch unseren guten Speed setzten wir uns schnell von den Verfolgern ab. Alessio war ein klein wenig schneller als ich, deshalb konnte ich ihn nicht angreifen. Dennoch ist Rang zwei ein weiteres Top-Ergebnis und es steht noch ein Rennen hier auf dem Nürburgring aus. Ich werde versuchen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, um meine gute Position in der Meisterschaft weiter zu verbessern.“

Ralph Boschung (15, SUI, KUG Motorsport), Dritter:
„Ich freue mich sehr über diesen Podestplatz auf dem Nürburgring. Der Start war der Schlüsselmoment des Rennens – so fuhr ich von Rang fünf in die Top-Drei nach vorne. Kurzzeitig lag ich sogar vor Maximilian Günther, bis meine Reifen leichte Probleme bereiteten. Ich verlor etwas Speed und musste mich nach hinten orientieren. Der Zweikampf mit Beitske Visser war sehr fair. Sie kam in Kurve eins aus dem Windschatten und überholte mich. Durch frühes Bremsen und Runterschalten in den ersten Gang konnte ich aber bereits am Kurvenausgang meine Position wieder zurückerobern. Durch die vielen Zweikämpfe war es schwierig, die Reifen zu schonen, daher wird das dritte Rennen sehr interessant.“

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