Österreichs erste Adresse für Formel-Einsteiger

(PM). Mit 26 Jahren ist er im besten Rennfahreralter. Doch statt selbst im Cockpit zu sitzen, hat sich Hannes Neuhauser entschieden, als Teamchef von Neuhauser Racing jungen Piloten das Rüstzeug für eine Karriere im Motorsport mitzugeben.

Als ideales Umfeld dafür hat sich der Zillertaler vor drei Jahren die Formel ADAC ausgesucht. Am Wochenende vom 12. bis 14. August gastiert die hochkarätig besetzte Nachwuchsserie, aus deren Vorläufern heutige Motorsport-Stars wie Sebastian Vettel oder Nico Rosberg hervorgegangen sind, erstmals in Österreich. Schauplatz des Alpen-Debüts ist der Red Bull Ring bei Graz.

Hannes Neuhauser freut sich auf sein Heimspiel: „Wenn man vor heimischem Publikum antritt, ist man immer besonders motiviert. Ein kleiner Vorteil ist, dass ich auf der Strecke früher selbst sehr oft unterwegs war und meine Erfahrung bei der Abstimmungsarbeit beisteuern kann. Meine drei Jungs kennen den Red Bull Ring aber genauso gut wie alle anderen Fahrer im Feld, weil dort alle gleich viel getestet haben.“ Neuhausers „drei Jungs“, das sind der Oberbayer Hubertus Carlos Vier, der Schwede Gustav Malja und der Österreicher David Griessner. „Alle drei sind Kartaufsteiger und ziemlich jung, Gustav ist mit seinen 15 Jahren sogar der jüngste Fahrer im Feld“, so Neuhauser weiter. „In einem so starken Feld, das heuer in der Formel ADAC antritt, in dem viele Fahrer bereits Formel-Erfahrungen gesammelt haben, ist es für so junge Talente natürlich nicht leicht, sich zu behaupten. Zur Saisonhalbzeit bin ich aber ganz zufrieden. Gustav und Hubi haben bereits erste Punkte gesammelt und David war mehrfach kurz davor. Was noch fehlt, ist Konstanz. Oft schwanken die Leistungen einfach zu stark. Aber unterm Strich zeigt die Tendenz klar nach oben, und das ist gut.“

Dank seines jungen Alters und den eigenen Erfahrungen im Cockpit ist Hannes Neuhauser ein guter und mitfühlender Ansprechpartner für seine „Jungs“. „Ich weiß noch ziemlich genau, wie ich mich selbst in diesem Alter im Auto gefühlt habe. Mir braucht keiner vorzumachen, er sei beim Start nicht nervös. Es ist sicher ein Vorteil, dass ich dank meines Alters und meines Motorsport-Backgrounds einen guten Draht zu meinen Fahrern habe, denn psychologischer Beistand ist im Nachwuchsbereich ein wichtiger Faktor“, weiß der Zillertaler aus eigener Erfahrung. Der wichtigste Rat, den Neuhauser an seine jungen Schützlinge weitergibt: „Man muss an sich glauben und mit absoluter Überzeugung auf sein Ziel hinarbeiten. Nur wenn man wirklich alles gibt, erreicht man es auch.“

Die drei 145 PS starken Formel ADAC powered by Volkswagen des Teams sind auf der Strecke gut zu sehen: „Traditionell starten wir mit gelben Autos. Schon mein Vater war mit dieser Farbe unterwegs, weil es die Farbe seines damaligen Sponsors war. Den Sponsor haben wir zwar nicht mehr, aber dennoch sind wir bei Gelb geblieben, nicht zuletzt, weil man es so gut erkennt.“

Vor dem Einsatz auf dem Red Bull Ring war Neuhauser Racing Mitte Juli auf dem EuroSpeedway Lausitz testen, dem Austragungsort des übernächsten ADAC Masters Weekends (2.-4. September). Dann ging es wieder zurück ins heimische Zell am Ziller, wo die drei Formel-Rennwagen auf das Österreich-Gastspiel vorbereitet werden. „Eine ganze Woche brauchen wir, um bei den drei Autos alles haarklein zu prüfen und einzustellen. Wenn wir an die Strecke kommen, sind wir, von kleinen Abstimmungs-Feinarbeiten abgesehen, rennfertig“, erklärt Hannes Neuhauser, der bei den Vorbereitungen selbst Hand anlegt. „Wir sind ein kleines Team, da ist es selbstverständlich, dass ich als ausgebildeter Kfz-Mechaniker mit anpacke.“

Obwohl Neuhauser in seiner Aufgabe als Teamchef und der Zusammenarbeit mit jungen Piloten voll aufgeht, reizt es ihn gelegentlich doch, selbst noch mal ins Cockpit zu steigen. „Wenn ich alte Weggefährten wie Alex Margaritis und Maxi Götz im ADAC GT Masters fahren sehe, juckt es mich schon“, gibt er zu. In 130 Rennen fuhr Neuhauser sieben Siege, 23 Podestplätze und fünf Pole-Positions ein. Eine durchaus vorzeigenswerte Bilanz. Warum der ehemalige Mercedes-Formel-3-Junior trotzdem vom Cockpit in den Kommandostand an der Boxenmauer gewechselt ist? „Ich hatte damals einige aus sportlicher Sicht gute Angebote, aber ich hätte davon nicht leben können. Das war jedoch für mich eine Grundvoraussetzung. Daher bin in den familieneigenen Rennstall eingestiegen und freue mich, mein Wissen und meine Erfahrung an junge Talente weitergeben zu können. Letztes Jahr habe ich mich aus Spaß mal in einen Formel ADAC gesetzt. Die ersten Minuten dachte ich, ich hätte alles verlernt, aber nach zehn, fünfzehn Runden konnte ich es schon mit unseren Talenten aufnehmen und war teilweise sogar schneller. Es war beruhigend zu wissen, dass es noch gehen würde.“

Am Red Bull Ring steht Neuhauser nun aber als Teamchef an der Boxenmauer. Seine Ziele fürs Heimspiel? „Wir wollen uns so gut wie möglich in Szene setzen und Punkte abgreifen. Schön wäre es natürlich, wenn David Griessner ausgerechnet bei seinem Heimspiel seine ersten Zähler einfährt.“

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